Uncategorized

Große Enttäuschung über das Scheitern einer Investoren-Lösung für die GMB in Tschernitz

Wirtschaftsminister Daniel Keller bedauert das Scheitern einer Investoren-Lösung für die GMB in Tschernitz und kritisiert die schwierigen Rahmenbedingungen in Europa.

 

Potsdam. Der Insolvenzverwalter der Glasmanufaktur Brandenburg GmbH in Tschernitz (GMB) hat gestern bekannt gegeben, dass die Übernahme des Standortes durch einen Investor überraschend gescheitert ist. Die GMB befindet sich seit Juli 2025 im Insolvenzverfahren. In der Folge werden die etwa 215 verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekündigt.

 

Wirtschaftsminister Daniel Keller erklärte: „Das ist eine schreckliche Nachricht für die Beschäftigten der GMB und ihre Familien. Ich kann die grenzenlose Enttäuschung nachempfinden und habe volles Verständnis für die große Wut und Verärgerung der Beschäftigten. Wir haben bis zuletzt und bis an die Grenzen des rechtlich Vertretbaren an Möglichkeiten weiterer Unterstützung gearbeitet.

 

Der Rückzug des Investors lässt leider keinen Zweifel, dass nun auch der letzte noch verbliebene europäische Solarglashersteller seinen Betrieb endgültig einstellen muss. Das ist umso bedauerlicher, da das Produkt zu den hochwertigsten am Weltmarkt zählte. Auch deshalb hat das Land Brandenburg die Glasmanufaktur in Tschernitz gefördert, u. a. aus GRW-Mitteln. Die EU läuft damit sehenden Auges in eine Abhängigkeit von außereuropäischen Produkten, vor allem aus China. Das ist eine fatale Entwicklung, die mit Blick auf den besonders sensiblen Bereich der Energiegewinnung schlichtweg fahrlässig ist.“

 

Das Wirtschaftsministerium hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Betriebsrat von GMB, der Geschäftsführung des Unternehmens, der Wirtschaftsförderung Branden-burg, dem Landkreis Spree-Neiße und dem Amt Döbern-Land verschiedene Unterstützungs-angebote diskutiert und Initiativen zum Erhalt des Standortes ergriffen.

 

Dazu zählten u. a. politische Initiativen zur Senkung der Energiepreise sowie Angebote zum Umgang mit den Kosten für die Kurzarbeit. Bereits im Februar dieses Jahres hatte sich Minister Keller schriftlich an die Bundesregierung und an den EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič gewandt. Darin setzte er sich zum Schutz der heimischen Solarglasindustrie für einen Resilienzbonus sowie eine Verlängerung der Antidumping- und Antisubventionsmaßnahmen der EU zum Schutz vor den durch Subventionen gestützte chinesische Importen ein. Ähnliche Schreiben gab es bereits im Jahr 2024 vom damaligen Wirtschaftsminister Prof. Dr. Steinbach.

 

Wirtschaftsminister Keller ergänzte: „Ich danke allen, die sich für den Erhalt der GMB engagiert haben. Wir werden die Beschäftigten und Tschernitz nicht allein lassen. Die Bundesagentur für Arbeit wird mit viel Einsatz die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der GMB in neue Beschäftigungen vermitteln oder ihnen neue Perspektiven aufzeigen. Die Wirtschaftsförderung Brandenburg wird sich mit Nachdruck für eine gewerbliche Nachnutzung des Standortes in Tschernitz einsetzen.“

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Blaulicht - Cityreport24

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen