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ver.di warnt vor Beerdigung dritter Klasse für das Jüdische Krankenhaus Berlin

Die Gewerkschaft ver.di warnt eindringlich vor einem Verkauf des Jüdischen Krankenhauses Berlin (JKB) an profitorientierte Investoren und fordert den Berliner Senat auf, die notwendigen Schritte zu gehen, um das Jüdische Krankenhaus in öffentlicher Verantwortung und als Krankenhaus zu erhalten.

„Eine Privatisierung an Ameos oder Medicana, über die in der Presse spekuliert wird, aber auch andere profitorientierte Investoren, muss verhindert werden. Damit verliert das Land den Einfluss und die Kontrolle darüber, was letztlich mit dieser wichtigen Institution des Jüdischen Lebens in Berlin, und einem wichtigen Krankenhaus für den Kiez, passiert. Es droht ein Herausnehmen der Filetstücke und ein unrühmliches Ende des Hauses als Krankenhaus. Das käme einer Beerdigung dritter Klasse gleich. Das Land trägt Mitverantwortung für die jetzige Situation am Haus. Über Jahre waren 5 vom Land benannte Vertreter:innen im Kuratorium. Warum wurde nicht rechtzeitig eine starke, wirksame Partnerschaft mit einem der großen öffentlichen Träger ins Leben gerufen? Warum wurden dem Haus ausreichende Investitionsmittel verweigert – wie auch den anderen Krankenhäusern in Berlin?

Was damals versäumt wurde, muss jetzt dringend und als Chefsache in die Wege geleitet werden. Es ist noch nicht zu spät, aber der Senat muss in die Gänge kommen, um nicht am Ende vor einem Scherbenhaufen zu stehen – für die Menschen im Wedding, die Beschäftigten, und für eine der ältesten Institutionen des Jüdischen Lebens in Berlin.“ sagt Gisela Neunhöffer, stellvertretende Landesfachbereichsleiterin Gesundheit in Berlin-Brandenburg.

Das JKB hatte Anfang März Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. In den letzten Jahren musste das JKB hohe Investitionssummen selbst aufbringen, obwohl eigentlich das Land Berlin verpflichtet ist Investitionen zu finanzieren. Schon länger wird nach einer Lösung für das Krankenhaus gesucht, durch Kooperationen mit anderen Krankenhäusern. ver.di setzt sich für eine Lösung durch eine Kooperation mit einem der landeseigenen Berliner Krankenhäuser, also Vivantes oder Charité, ein.

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