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Vivantes besteht auf programmierte Altersarmut – ver.di leitet Urabstimmung ein / Spitzengespräch mit Politik geplant

In den Tarifverhandlungen am 6. März zur Beendigung der Zwei-Klassen-Belegschaft im Vivantes-Konzern konnten zwischen ver.di und der Vivantes-Geschäftsführung keine nennenswerten Fortschritte erzielt werden. Knackpunkt in der Verhandlung ist ein Einstieg in die Betriebsrente VBL, die Vivantes weiterhin ablehnt. Ohne die VBL enden viele Beschäftigte in den Vivantes-Tochterunternehmen direkt in der Altersarmut. Das Thema ist deshalb besonders bedeutend für die Kolleg*innen.

Belastet waren die Verhandlungen durch das von Vivantes gerichtlich erzwungene partielle de-facto-Streikverbot für die Reinigung und Notdienste in anderen Bereichen, die z. T. oberhalb der realen Besetzung im Normalbetrieb liegen. Dies sorgte auch auf einer Betriebsversammlung in der letzten Woche für große Empörung. Auch andere Punkte wie die lange Frist für die Entgeltangleichung und die von Vivantes geforderte Fortdauer der Ungleichbehandlung bei Zuschlägen, Jahressonderzahlung und weiteren Arbeitsbedingungen sorgten für Unmut bei den ver.di Mitgliedern und den Beschäftigten.

„Der neue Vorschlag seitens der Geschäftsführung nur bis Ende des Jahres einen Tarifvertrag abzuschließen ist ein weiterer Versuch, sich der Verantwortung zu entziehen, endlich ein Ende der Ungerechtigkeit zwischen den Beschäftigten der Töchter und der Mutter zu erreichen“, so der ver.di Verhandlungsführer Ben Brusniak.

Vor dem Hintergrund der andauernden Blockade eines Weges zum Ende der Ungerechtigkeit durch die Vivantes-Geschäftsführung leitet ver.di ab dem 10. März 2026 die Urabstimmung über einen Erzwingungsstreik ein. Die Abstimmung wird bis zum 25.März 2026 durchgeführt.

Unterdessen hat die Vivantes-Geschäftsführung auf der auf der Betriebsversammlung einem Spitzengespräch mit den Koalitionsparteien zugestimmt, in dem über das Einlösen des Koalitionsversprechens gesprochen werden soll. ver.di hat die Spitzen von SPD und CDU zu einem entsprechenden Termin eingeladen. Von Steffen Krach und Bettina König liegt inzwischen eine Terminbestätigung vor. Von Seiten des CDU-Landesvorsitzenden Kai Wegner liegt noch keine Rückmeldung vor.

„Dass wir diesen Tarifkonflikt überhaupt führen müssen, ist vor dem Hintergrund der Versprechen dieser Koalition schon ein politischer Skandal. Wie von einem landeseigenen Unternehmen mit dem grundgesetzlich verbrieften Streikrecht der Kolleg*innen umgegangen wird, macht diesen Konflikt zu einer Ungeheuerlichkeit. Es wird Zeit für ein Minimum an politischem Anstand und demokratischer Grundhaltung – wir brauchen jetzt eine Perspektive für ein Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft bei Vivantes und ein Bekenntnis zum Streikrecht auch für Krankenhausbeschäftigte. Wir fordern daher die CDU auf, ihre Tauchstation zu verlassen und Gespräche zu ermöglichen.“, erklärt die ver.di-Verhandlungsführerin Jana Seppelt abschließend.

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