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Tarifrunde bei der AWU Abfallwirtschafts-Union Oberhavel GmbH / Übergabe Petition an Geschäftsführung und Politik

Am 19. Februar 2026 werden die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Abfallwirtschafts-Union  (AWU) Oberhavel GmbH über einen neuen Entgelttarifvertrag in einer dritten Verhandlungsrunde fortgesetzt.

Die AWU ist das kommunale Entsorgungsunternehmen im Landkreis Oberhavel (Brandenburg). Sie übernimmt dort viele zentrale Aufgaben der Abfallwirtschaft und damit verbundene Dienstleistungen für Haushalte, Gewerbe und die öffentliche Hand. An der AWU Oberhavel ist der Landkreis Oberhavel mit 51 Prozent und die ALBA-Gruppe mit 49 Prozent beteiligt. Das Unternehmen beschäftigt rund 220 Mitarbeiter in Velten, Germendorf und Gransee.

Die Tarifverhandlungen wurden am 13. Januar 2026 aufgenommen. Die Gewerkschaft ver.di hat nach einer breiten Beschäftigtenbefragung folgende Forderungen aufgestellt:

  • 500 € pro Monat Entgelterhöhung für alle, bei einer Laufzeit von 12 Monaten
  • Einführung 2 weiterer Erfahrungsstufen
  • Einführung einer einheitlichen Werkstattzulage i.H.v. 250 € brutto pro Monat
  • Mitgliedervorteilsregelung: 3 freie Tage für alle ver.di Mitglieder

Die Arbeitgeberseite hat zur 2. Verhandlungsrunde am 29. Januar 2026 ein erstes Tarifangebot vorgelegt, das die ver.di-Tarifkommission als völlig unzureichend abgelehnt hat. „Vor allem mit Blick auf die harte, körperliche Arbeit, die wir insbesondere in dieser Jahreszeit leisten, ist das Arbeitgeberangebot weit entfernt von dem, was wir verdienen“, so Steven Haack, Kraftfahrer und ver.di Tarifkommissionsmitglied.

Mit einer Mehrheitspetition stellt sich die Mehrheit der AWU-Beschäftigten hinter die Tarifforderungen. Sie kündigen außerdem ihre Bereitschaft an, für die Durchsetzung der Forderung auch in den Streik zu treten. „Wir haben seit Ende letzten Jahres Unterschriften gesammelt und werden weiter Druck aufbauen, wenn nötig.“ so Haack.

Durch einen Streik kann es zu erheblichen Einschränkungen kommen. Neben der Müllabfuhr wären auch weitere Arbeitsbereiche betroffen. So kann es unter anderem zu Ausfällen oder Verzögerungen bei der Abfallentsorgung, Schließungen von Wertstoff- und Recyclinghöfen, Verschiebungen von Sperrmüll- und Sonderabfuhrterminen sowie zu Einschränkungen im Kundenservice und in der Verwaltung kommen. Auch die Planung und Organisation des Betriebs kann zeitweise beeinträchtigt sein.

Die gesammelten Unterschriften sollen am Dienstag, den 17. Februar 2026 um 5:15 Uhr von der ver.di Tarifkommission an den Geschäftsführer der AWU Oberhavel, Stefan Günther, sowie den für die AWU Oberhavel verantwortlichen Landrat Alexander Tönnies übergeben werden. Ort der Übergabe ist vor dem neuen Verwaltungsgebäude in Velten (Berliner Str. Ecke Hafenstr. in 16727 Velten).

„Das Lohnniveau bundesweit wie bei der AWU ist immer noch auf dem Stand von vor-Corona, das schränkt die Kaufkraft ein. Für eine armutsfeste Rente bräuchte es einen Stundenlohn von 20 Euro brutto. Ein Kraftfahrer in der Müllabfuhr, der seit 10 Jahren bei der AWU arbeitet, hat heute einen Stundenlohn von 17,11 Euro brutto. Die Missstände sind gravierend, weswegen sich die Kolleginnen und Kollegen bei der AWU jetzt aufgemacht haben, daran etwas zu ändern.“ sagt Lisa Baumeister, zuständige ver.di Gewerkschaftssekretärin.

Am 16. Februar 2026 soll die Tarifsituation bei der AWU im Wirtschaftsausschuss des Kreistages Oberhavel behandelt werden. Im Rahmen der am 25. Februar 2026 stattfindenden Kreistagssitzung wird außerdem die Fragestunde genutzt, um von den politischen Verantwortlichen eine Positionierung zu dem Thema einzufordern.

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