Berlin - Hauptstadt

Tarifrunde der Länder: Streiks zum Auftakt der 3. Verhandlungsrunde am 11.02.2026

In Berlin und Brandenburg rufen die Gewerkschaft GEW, IG-BAU GdP und ver.di rufen am 11. Februar 2026 im Rahmen der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder zum Streik auf. Die Gewerkschaften verstärken damit zum Auftakt der 3. Verhandlungsrunde in Potsdam den Druck auf die Arbeitgeber. In den zwei vorherigen Verhandlungsrunden hatten die öffentlichen Arbeitgeber kein konkretes Angebot gemacht. Für Empörung sorgten die Äußerungen aus dem Arbeitgeber-Lager, man könne sich eine Lohnerhöhung auf dem Niveau der Inflation plus „einen Schnaps oben drauf“ vorstellen.

Zum Streik aufgerufen werden in Berlin die Beschäftigten der Kita Eigenbetriebe, der staatlichen Schulen, der Bezirksämter und nachgeordneten Einrichtungen, der Senatsverwaltungen und nachgeordneten Einrichtungen, der Feuerwehr, des Lette Vereins, des Pestalozzi-Fröbel-Hauses, der Polizeidienststellen und der landeseignen Bühnen. In Berlin und Brandenburg werden die Beschäftigten der Hochschulen (inkl. studentischer Beschäftigten), sowie die Beschäftigten der jeweiligen Landesforstbetriebe aufgerufen. In Brandenburg gilt der Aufruf für die Beschäftigten der Landesministerien und ihrer nachgeordneten Einrichtungen sowie der Polizei.

„Während die Teuerung der letzten Jahre den Beschäftigten in den Knochen sitzt, führen die Arbeitgeber die Verhandlungen auf dem Niveau von Kneipengesprächen. Die Kolleg*innen brauchen keinen Schnaps über dem Durst, sondern einen spürbaren Ausgleich für die Reallohnverluste der letzten Jahre. Seit Jahresbeginn erleben wir eine geradezu verächtliche Rhetorik gegenüber den Beschäftigten im Land. Am 11. Februar werden wir gemeinsam zeigen, dass wir uns das nicht bieten lassen. Wir erwarten endlich ein Angebot, das der Bedeutung der Arbeit im öffentlichen Dienst gerecht wird“, ver.di Landesbezirksleiterin für Berlin-Brandenburg Andrea Kühnemann.

„Die Blockadehaltung der Arbeitgeber verschärft Tag für Tag die Situation in Schulen, Kitas und Hochschulen. Die Kolleg*innen halten täglich das System am Laufen, engagiert, unter hoher Belastung und bei kaputtgesparten Rahmenbedingungen. Sie brauchen mehr – Anerkennung und Ressourcen. Gute Bildung gibt es nicht zum Nulltarif: Ohne ein ernsthaftes Angebot nehmen die Arbeitgeber weitere Ausfälle bewusst in Kauf.“ Felicia Kompio, Vorsitzende der GEW BERLIN.

„Schluss mit den Nebelkerzen! Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber sind weit von echter Wertschätzung entfernt. Eine stufengleiche Höhergruppierung bringt uns nichts, wenn sie als Vorwand genutzt wird, um den Arbeitsvorgang zu unseren Ungunsten zu manipulieren. Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen! Herr Dressel, wir erwarten Verhandlungen auf Augenhöhe – jetzt!“ GdP-Landeschriftführerin Beatrice Hsu

„Die Beschäftigten zeigen jeden Tag eindrucksvoll, was sie ausmacht: Verlässlichkeit, Engagement und die Bereitschaft, jederzeit für einen funktionierenden öffentlichen Dienst einzustehen. Ob Verwaltung, Naturschutz, Bildung, Gesundheit oder Sicherheit – ohne sie würde in Berlin und Brandenburg einfach nichts laufen. Doch genau diese Einsatzbereitschaft braucht jetzt eine klare Antwort. Die TdL ist gefordert, endlich ein vernünftigesrespektvolles und verhandelbares Angebot auf den Tisch zu legen. Worte der Anerkennung reichen nicht mehr. Und sogenannte Lösungsvorschläge – weit unter unserer Forderung erst recht nicht. Wer Qualität im öffentlichen Dienst will, muss sie auch finanzieren. Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss sie fair bezahlen.“ Julian Diaz, Gewerkschaftssekretär der IG BAU Berlin Brandenburg

Im Rahmen des Streiks findet am 11. Februar ab 9:30 Uhr eine Demonstration vom Lustgarten Potsdam zu Verhandlungsort statt (Kongresshotel Potsdam, Am Luftschiffhafen). Dort findet ab 11:45 Uhr eine Abschlusskundgebung statt.

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