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Keine Fortschritte bei Tarifverhandlungen zu Vivantes-Töchtern: Geschäftsführung verweigert neues Angebot / Streik am 9.02.26

In den heutigen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen hat die Geschäftsführung des landeseigenen Krankenhauskonzerns die Vorlage eines neuen Angebots verweigert und dies auch für die kommenden Verhandlungen offengelassen. Damit blockiert Vivantes weiterhin die Beendigung der Zwei-Klassen-Belegschaft.

„Dass Vivantes heute nicht einmal bereit war, ein neues Angebot vorzulegen, ist ein Affront gegenüber den Beschäftigten. Das Angebot aus der ersten Verhandlungsrunde hat die Tarifkommission bereits am 14. Januar als unzureichende Verhandlungsgrundlage zurückgewiesen. Die breite Befragung der Beschäftigten ergab sogar eine Ablehnung von über 90 Prozent. Trotzdem verweigert die Geschäftsführung jede Nachbesserung“, erklärt Ben Brusniak von der ver.di-Verhandlungsführung für die Vivantes-Töchter.

Bereits das erste Angebot von Vivantes sah keine Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) vor und hätte die Angleichung der Entgelte über viele Jahre gestreckt. Zentrale Bestandteile wie die VBL-Betriebsrente, Zulagen auf dem Niveau des TVöD oder eine angemessene Jahressonderzahlung sollten weiterhin ausgeschlossen bleiben. Die Kolleginnen und Kollegen in den Tochterunternehmen arbeiten Seite an Seite mit den direkt bei Vivantes Beschäftigten, sollen aber weiterhin unterschiedlich entlohnt und strukturell benachteiligt werden.

Besonders schwer wiegt das Verhalten der Vivantes-Leitung vor dem Hintergrund der politischen Zusagen: Die aktuelle Berliner Senatskoalition hat den Beschäftigten ein Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft und die Rückführung der Vivantes-Töchter in den Konzern versprochen.

„Das Votum unserer Kolleginnen und Kollegen ist unmissverständlich. Wir wollen diese Ungerechtigkeit beenden“, betont Nancy Hoffmann, technische Sterilisationsassistentin am Humboldt-Klinikum. „Hier geht es um mehr als Wertschätzung – es geht darum, ob wir in dieser immer teurer werdenden Stadt noch über die Runden kommen. Und es geht darum, ob wir die gleiche betriebliche Altersvorsorge erhalten wie die Beschäftigten in der Pflege, Ärztinnen und Ärzte und weitere Mutterbeschäftigten.“

„Niemand streikt gerne bei diesen Temperaturen. Aber für unsere berechtigten Forderungen nehmen wir das in Kauf“, ergänzt Nick Rottke, Reinigungskraft am Klinikum Neukölln.

Ver.di ruft für den 9.Februar zum Warnstreik auf und erwartet, dass Vivantes in den kommenden Verhandlungen am 10. Februar 2026 endlich ein ernstzunehmendes Angebot vorlegt, das den Weg zur vollständigen Gleichstellung und zur Anwendung des TVöD für alle Beschäftigten ebnet.

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