Bilanz des bundesweiten Schwerpunkteinsatzes – Fortführung der Einsatzmaßnahmen an gewaltbelasteten Bahnhöfen
Potsdam (ots)
Die Bundespolizei führte am zurückliegenden Wochenende an
insgesamt 43 Bahnhöfen den dritten bundesweiten
Schwerpunkteinsatz in Folge zur Bekämpfung der
Gewaltkriminalität durch.
Etwa 2.400 Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei (darunter
rund 550 Einsatzkräfte der Bundesbereitschaftspolizei)
kontrollierten in der Spitze zeitgleich vom Freitag, 9. Januar (15:00
Uhr), bis zum Sonntag, den 11. Januar 2026 (03:00 Uhr), rund
6.600 Personen. Hierbei wurden mehr als 5.000 Personen aus
gefahrenabwehrrechtlichen Gründen durchsucht. Im Rahmen der
Überprüfungen wurden schließlich 170 Straf- und
Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, davon u.a.
• etwa 43 Ermittlungsverfahren wegen Gewaltdelikten,
• 60 Verfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz
(Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren) und
• 67 Verstöße gegen Allgemeinverfügungen der
Bundespolizei, die das Mitführen von gefährlichen
Gegenständen in Bahnhöfen untersagen.
Bei 338 Personen lag ein Fahndungstreffer vor, davon 262 wegen
Aufenthaltsermittlungen. Bei 13 Personen vollstreckten die
Einsatzkräfte offene Haftbefehle.
Die Beamtinnen und Beamten stellten im Rahmen des Einsatzes
rund 150 gefährliche Gegenstände sicher und beschlagnahmten
unter anderem Messer, Reizstoffsprühgeräte sowie verschiedene
straf- oder ordnungsrechtlich relevante Gegenstände.
Weiterhin erteilten die Einsatzkräfte mehr als 285 Platzverweise
und führten über 250 sogenannte Gefährderansprachen durch.
In insgesamt sechs Fällen leisteten Tatverdächtige
Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen und griffen in diesem Zusammenhang in zwei Fällen
die Einsatzkräfte tätlich an.
Festgestellte Beispielsachverhalte:
Am frühen Samstagmorgen (10. Januar 2026) kontrollierten
Bundespolizisten nach einem Hinweis des Zugpersonals einen 30-
jährigen polnischen Staatsangehörigen im ICE 618 am Kölner
Hauptbahnhof, da der Fahrgast eine blutverschmierte Machete mit
sich führen sollte. Tatsächlich stellten die Beamten eine rund 30
Zentimeter lange Machete sicher. Ein durchgeführter Bluttest
ergab, dass es sich bei den Anhaftungen allerdings nicht um
menschliches Blut handelte. Ob rote Farbe oder tierisches Blut
vorlag, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Für Aufsehen sorgte zudem ein 16-jähriger afghanischer
Staatsangehöriger, der im Rahmen einer Kontrolle am frühen
Samstagabend (10. Januar 2026) am Bahnhof Ostkreuz in Berlin
einen verdächtigen Gegenstand mitführte, der äußerlich
unbekannter Pyrotechnik ähnelte. Da die Gefährlichkeit des Fundes
nicht abgeschätzt werden konnte, verbrachten Einsatzkräfte den
Gegenstand sofort außerhalb des Bahnhofsgebäudes, sperrten
den Nahbereich ab und untersuchten das Objekt dort.
Hinzugezogene Entschärfer stuften den Gegenstand schließlich als
ungefährlich ein. Zur Klärung der Hintergründe nahmen die Polizei
des Landes Berlin und die Bundespolizei gemeinsame Ermittlungen
auf.
Hinweis: Die statistischen Daten basieren auf einem
Sondermeldedienst und können sich im Rahmen der
Qualitätssicherung noch ändern.

