Vivantes legt Tarifangebot für Tochterunternehmen vor: Kein TVöD für die Töchter
In den heutigen Tarifverhandlungen hat der landeseigene Krankenhauskonzern Vivantes ein erstes Tarifangebot für die Beschäftigten in den Tochterunternehmen vorgelegt.
„Wir begrüßen, dass Vivantes bereits in der ersten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt hat. Die Tarifkommission bewertet das Angebot jedoch nicht als geeignete Verhandlungsgrundlage.“ sagt Jana Seppelt, ver.di-Verhandlungsführerin für die Vivantes Töchter.
Das Angebot sieht eine Angleichung der Entgelttabellen über einen Zeitraum von 5 Jahren vor. Zugleich verweigert Vivantes zentrale Elemente aus dem TVöD und will sogar Verschlechterungen der aktuell geltenden Regelungen. Die Ungleichbehandlung der Beschäftigten zwischen den Tochterunternehmen soll weiter verschärft werden. So umfasst das Angebot eine deutliche Kürzung der Jahressonderzahlung für Neubeschäftigte, keine VBL (Betriebsrente), keine Anpassung der Zulagen an das Niveau des TVöD. Zu wesentlichen Forderungen der Beschäftigten wie die Einmalzahlung in Höhe von 2000 Euro und die zusätzlichen Urlaubstage für ver.di Mitglieder legte Vivantes kein Angebot vor.
„Wir arbeiten seit Jahren als Beschäftigte zweiter Klasse bei Vivantes. Vivantes schuldet uns eigentlich allen viele Tausend Euro aus dieser Zeit. Wir wollen ein Ende dieser Ungerechtigkeit – und das nicht am Sankt-Nimmerleins-Tag. Außerdem erwartet die meisten von uns nach einem harten Arbeitsleben die Altersarmut. Da ist die Altersvorsorge VBL kein Nice-To-Have, sondern existenziell“, erklärt Christian Hilbert, Gärtner und Mitglied der ver.di-Tarifkommission.
Die aktuelle Senatskoalition hatte eine Rückführung der Vivantes-Töchter in den Krankenhauskonzern versprochen. In diesem Fall würde für die Beschäftigten der TVöD in vollem Umfang gelten.
Die Tarifkommission wird das Angebot in den nächsten Wochen im Rahmen eines Rückkopplungsprozesses mit den Beschäftigten beraten. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 10. Februar angesetzt, weitere Termine wurden von ver.di vorgeschlagen.

