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Brandenburger Betriebspanel 2024 veröffentlicht: Betriebe investieren in Aus- und Weiterbildung und setzen auf Arbeitgeberattraktivität

Die Arbeitsmarktzahlen für September liegen vor – Arbeitslosenquote bei 6,3 Prozent

 

 

Potsdam. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat die Ergebnisse seiner jährlichen, bundesweiten Arbeitgeberbefragung veröffentlicht. Demnach trotzten Brandenburgs Betriebe 2024 der schwierigen konjunkturellen Lage. Mehr als die Hälfte der Unternehmen suchte im ersten Halbjahr 2024 neue Beschäftigte. Sie investierten in Ausbildung, Weiterbildung und attraktive Arbeitsbedingungen, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten. Die 29. Welle des IAB-Betriebspanels zeigt damit, dass die Betriebe gezielt die Arbeitsbedingungen verbessern, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

 

Der Bedarf an Fachkräften war zum Zeitpunkt der Befragung trotz des schwierigen, wirtschaftlichen Umfelds hoch. Besonders groß war der Personalbedarf im Gesundheits- und Sozialwesen, im Baugewerbe sowie in der Industrie. Insgesamt suchten 53 Prozent der Betriebe im ersten Halbjahr 2024 neue Mitarbeiter – überwiegend qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig konnten 66 Prozent der offenen Stellen nicht besetzt werden.

 

„Das Betriebspanel zeigt zugleich in aller Deutlichkeit, vor welchen gewaltigen Herausforderungen die Unternehmen auch in Zukunft stehen. Die Fachkräftesicherung bleibt weiterhin eine der drängendsten Aufgaben und bedarf der gemeinsamen Kraftanstrengung aller Arbeitsmarktakteure“, betont Arbeitsminister Daniel Keller. „Mein besonderer Dank gilt allen Betrieben und Einrichtungen, die an der Befragung teilgenommen haben. Mit ihren Einblicken tragen sie wesentlich dazu bei, dass wir die Arbeitsmarktpolitik im Land zukunftsorientiert gestalten können.“

 

Um den Fachkräftenachwuchs zu sichern, spielt Ausbildung eine zentrale Rolle: 43 Prozent der Betriebe waren grundsätzlich ausbildungsberechtigt, mehr als die Hälfte von ihnen bildete tat-sächlich aus. Die Ausbildungsbetriebe eröffnen jungen Menschen Perspektiven und schaffen durch Ausbildung neue Arbeits- und Fachkräftepotentiale.  Allerdings blieben auch 40 Prozent der angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt.

 

Die Weiterbildung bleibt konstant. 46 Prozent der Betriebe ermöglichten ihren Beschäftigten im Jahr 2024 entsprechende Angebote – besonders bei qualifizierten Tätigkeiten, aber zunehmend auch in anderen Bereichen. Damit leisten die Unternehmen einen entscheidenden Beitrag, um ihre Beschäftigten auf den Wandel vorzubereiten und die Arbeitsproduktivität zu erhöhen. Gut ausgebildete Arbeitskräfte haben auch bessere Chancen am Arbeitsmarkt.

 

Parallel dazu tragen steigende Löhne zur Attraktivität des Standorts bei, was die Gewinnung neuer Arbeitskräfte erleichtert. Zwischen 2020 und 2024 stiegen die Löhne um rund 21 Pro-zent. Dadurch verringerte sich der Lohnabstand zu Westdeutschland von 13 auf 10 Prozent.

 

Auch bei den Arbeitsbedingungen setzen die Betriebe neue Akzente. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen und familienfreundliche Modelle sind längst keine Ausnahme mehr, sondern werden zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. Zudem zeigt sich, dass Sicherheit und Verlässlichkeit eine immer größere Rolle spielen: 70 Prozent der Neueinstellungen im ersten Halb-jahr 2024 waren unbefristet. Damit stärken die Unternehmen nicht nur ihre Bindungskraft, sondern auch das Vertrauen ihrer Beschäftigten.

 

„Brandenburg ist ein attraktiver Arbeits- und Lebensstandort. Die Ergebnisse machen einerseits deutlich, wie stark sich die Brandenburger Unternehmen engagieren, um Arbeits- und Fachkräfte zu bilden, zu halten und zu gewinnen. Mit Investitionen in Ausbildung, Weiterbildung und in gute Arbeitsbedingungen schaffen sie Perspektiven für Beschäftigte und sichern zugleich die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes“, erklärt Arbeitsminister Daniel Keller.

 

Das IAB-Betriebspanel ist eine bundesweite, repräsentative Arbeitgeberbefragung, die seit 1996 auch in Brandenburg jährlich durchgeführt wird. Befragt werden Betriebe mit mindestens einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. In Brandenburg nahmen 2024 rund 1.100 Unter-nehmen an der Befragung für die 29. Welle teil.

 

Die vollständigen Ergebnisse sind ab sofort auf der Webseite des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz in der Rubrik „Arbeit“ abrufbar.

 

Aus dem Arbeitsmarktbericht:

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im September 2025 in Brandenburg 85.718 Menschen arbeitslos, davon 37.859 Frauen (44,2 Prozent) und 47.859 Männer (55,8 Prozent). Das sind 2.427 Personen weniger als im August 2024 und 3.368 mehr als im September 2024.

 

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