Bertelsmann-Studie zeigt massiven Qualitätsverlust in Berliner Kitas – ver.di warnt vor weiterer Deprofessionalisierung
Die heute veröffentlichte Kita-Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt, dass die Deprofessionalisierung – also der Einsatz von immer mehr nicht ausreichend qualifiziertem Personal – in den Berliner Kitas in den letzten Jahren massiv zugenommen hat. Zwischen 2017 und 2024 sank der Anteil der Kitas, die die empfohlene Fachkraftquote erfüllen, von 53 % auf 35 % und damit um 18 Prozentpunkte. Das ist der bundesweit zweithöchste Rückgang.
Die Bertelsmann-Studie kritisiert vor diesem Hintergrund die Aufweichung des Fachkraftbegriffs durch die Politik. Zunehmend würden auch Beschäftigte ohne einschlägige Ausbildung dennoch als pädagogische Fachkräfte ausgewiesen.
Anstatt diesem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken, forciert die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsche diese Entwicklung sogar. Aktuell plant die Senatsverwaltung eine Absenkung des sogenannten Personalkostenbasiswerts im Rahmen der RV-Tag-Verhandlungen. Dieser Wert gibt die durchschnittlichen Kosten pro Fachkraft an. Eine Absenkung setzt die Kitas unter Druck, schlechter bezahltes – und damit geringer qualifiziertes – Personal einzusetzen.
„Die Bertelsmann-Studie muss ein Weckruf für die Berliner Kita-Politik sein. Wir befürchten, dass sich die dramatische Tendenz zur Deprofessionalisierung mit den finanziellen Verschlechterungen, die sich im überarbeiteten KitaFög und den aktuellen RV-Tag-Verhandlungen abzeichnen, fortsetzt. Wir brauchen eine Abkehr von dieser Politik – im Sinne der Kinder, der Familien und der Beschäftigten“, so Andrea Kühnemann, ver.di-Landesbezirksleiterin Berlin-Brandenburg.
Ver.di-Stellungnahme zur Reform des Kita-Fördergesetzes in Berlin:
https://bb.verdi.de/++file++68d3c55335e52c02c9717887/download/250924%20ver.di%20Stellungnahme%20Kitaf%C3%B6rderungsgesetz%20und%20RV%20Tag%20%28002%29.pdf

