Mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten – Tarifeinigung mit den Asklepios Fachkliniken in Brandenburg GmbH
Mindestens 5,2 Prozent mehr Entgelt, Verkürzung der Arbeitszeit und Aufwertung der Schicht- und Wechselschichtarbeit für die rund 1.450 nichtärztlichen Beschäftigten und Auszubildenden
Nach rund 7 Stunden wurde am dritten Verhandlungstag für die rund 1.450 nichtärztlichen Beschäftigten und Auszubildenden der Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH eine Tarifeinigung erzielt.
Mit der Tarifeinigung erhöhen sich die Tabellenentgelte in zwei Schritten um mindestens 5,2 Prozent. Mit dem ersten Schritt erhöhen sich die Tabellenentgelte zum 1. April 2026 um 2,8 Prozent, dabei aber mindestens um 110 EUR. Für die unteren Entgeltgruppen entspricht die Tarifeinigung einer Entgelterhöhung um bis zu 4,4 Prozent zum 1. April 2026.
Mit dem zweiten Schritt erhöhen sich am 1. April 2027 die Tabellenentgelte um weitere 2,4 Prozent.
Mit der Tarifeinigung wurde auch bei der von ver.di geforderten Aufwertung der Pflegeleitungskräfte (Stationsleitung, Pflegeleitung Tagesklinik) eine Tarifeinigung erzielt. So erhöhen sich ab 1. April 2026 neben der vereinbarten Tariferhöhung die monatlichen Entgelte für die Pflegeleitung in der Tagesklinik um weitere 100 EUR und für die Stationsleitungen um weitere 150 EUR.
Mit der Tarifeinigung erhalten ab 1. April 2026 die Beschäftigten, die schon mindestens seit 20 Jahren bei Asklepios und deren Rechtsvorgängern beschäftigt sind, zusätzlich eine monatliche Betriebszugehörigkeitszulage in Höhe von mindestens 40 EUR.
Die monatliche Zulage für Pflegebeschäftigte auf der Intensivstation wird ab 1. April 2026 um 50 EUR auf 150 EUR erhöht. Gleichzeitig wird der Bezugskreis auf die Pflegebeschäftigten in der neurologischen Früh-Reha, in der Stroke-Unit-Station (Schlaganfall-Station) und in der Weaning-Station (Entwöhnung bei Beatmung) erweitert.
Weiterhin wird mit dieser Tarifeinigung die Schicht- und Wechselschichtarbeit ab 1. August 2026 aufgewertet. So erhöht sich die monatliche Wechselschichtzulage um 95 EUR auf 250 EUR und die monatliche Schichtzulage um 60 EUR auf 100 EUR. Gleichzeitig erhalten die Beschäftigten in Schicht- und Wechselschichtarbeit ab 1. August 2026 für die Arbeit an einem Samstag ab 13 Uhr eine Zulage in Höhe von 20 Prozent des Stundenentgeltes.
Mit dieser Tarifeinigung entsprechen die Zulage für Schicht- und Wechselschichtarbeit den Regelungen wie sie im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) und wie sie bei Asklepios in Hamburg geregelt sind. Damit erfolgte ein wichtiger Schritt zur Angleichung an den TVöD und zur Angleichung an die Arbeitsbedingungen bei Asklepios in Hamburg.
Ein weiterer Schritt zur Angleichung an den TVöD und an die Arbeitsbedingungen bei Asklepios in Hamburg wurde auch bei der wöchentlichen Arbeitszeit erzielt. So wird die wöchentliche Arbeitszeit ab 1. Januar 2027 von 39 Stunden auf 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich reduziert
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Im Jahr 2027 erfolgt mit dieser Tarifeinigung eine Erhöhung der Jahressonderzahlung (umgangssprachlich Weihnachtsgeld) von z.Z. 66 Prozent auf 75 Prozent für die oberen Entgeltgruppen. Für die meisten Entgeltgruppen wird die Jahressonderzahlung von z.Z. 75 Prozent auf 80 Prozent angehoben.
Bei den Auszubildenden erhöht sich die Ausbildungsvergütung zum 1. Mai 2026 um 75 EUR und entspricht damit den Tarifregelungen des öffentlichen Dienstes.
Die Laufzeit der Tarifeinigung umfasst 24 Monate bis zum 31. Dezember 2027.
„Diese Tarifeinigung ist ein gutes Ergebnis für die rund 1450 Beschäftigten und Auszubildenden, auch wenn beim Urlaub und beim Zusatzurlaub keine Verbesserung erzielt wurde. Bei einer Pflegefachkraft in Wechselschichtarbeit mit 20jähriger Betriebszugehörigkeit erhöht sich ab April 2026 bzw. ab August 2026 das monatliche Entgelt um 5,5 Prozent. Ab April 2027 erfolgt dann eine Erhöhung um weitere 2,4 Prozent.“ so Ralf Franke, der ver.di-Verhandlungsführer.
Die Tarifeinigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Gremien und von ver.di und Asklepios. Es wurde eine Erklärungsfrist bis zum 18. März 2026 vereinbart.
Die Tarifverhandlungen wurden am 16. Januar 2026 aufgenommen. In der zweiten Verhandlungsrunde am 27. Januar 2026 wurde noch keine Einigung erzielt. Erstmals wurde bei den Asklepios Fachkliniken in Brandenburg schon in der dritten Verhandlungsrunde eine Tarifeinigung ohne vorherige Warnstreiks erzielt. In der Tarifrunde im Jahr 2021 war eine Tarifeinigung erst nach 7 Monaten und nach insgesamt 29 Streiktagen möglich. Die Tarifeinigung im Jahr 2024 wurde in der vierten Verhandlungsrunde nach 5 Streiktagen erzielt.
Die Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH betreibt an den Standorten Brandenburg a.d.H., Teupitz und Lübben jeweils eine psychiatrisch neurologische Fachklinik. Am Standort in Brandenburg an der Havel betreibt Asklepios zusätzlich den Maßregelvollzug. Zu den Fachkliniken gehören auch noch weitere Tageskliniken.

