Berlin - Hauptstadt

Kundgebung zum Bildungsprogramm für Kitas: Bündnis begrüßt Veröffentlichung, fordert Transparenz und Fachbeteiligung

Am 19. Februar 2026 wird das Berliner Bildungsprogramms (BBP) für Kitas im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin beraten.

Hintergrund ist ein bereits 2025 öffentlich gewordener Entwurf, der von Fachpraxis, Wissenschaft, Elternvertretungen und Gewerkschaften deutlich kritisiert wurde. Als Ergebnis dieser kritischen Rückmeldungen wurde am 16. Februar 2026 eine Kurzfassung des Programms veröffentlicht.

Am 19. Februar 2026 ruft das Bündnis #VielfaltVerankern zu einer Kundgebung vor dem Parlament auf. Direkt vor Beginn der Ausschusssitzung übergibt das Bündnis der Bildungssenatorin eine Petition mit mehr als 5.000 Unterschriften, die Transparenz und fachliche Beteiligung fordert.

Das Bündnis begrüßt die Veröffentlichung der Kurzfassung: „Dass die Kurzfassung jetzt vorliegt, ist ein Erfolg zivilgesellschaftlicher und parlamentarischer Anstrengungen“, erklärt das Bündnis. Gleichzeitig kritisiert es, dass dafür öffentlicher Druck nötig war und die Veröffentlichung erst wenige Tage vor der Ausschussbefassung erfolgte.

Bewertung der Kurzfassung:

  • Fortschritte sichtbar, aber unvollständig: Die Kurzfassung greift wichtige Punkte wie den erweiterten Inklusionsbegriff und verschiedene Diversitätsebenen auf. Gleichzeitig fehlt ein grundlegendes Verständnis für die Auswirkungen der lebensweltlichen Diversität, in der Berliner Kinder aufwachsen, auf ihre Bildungschancen.
  • Bildungsverständnis und Ressourcen unklar: Kindzentrierung, konstruktive Prozesse und Einzigartigkeit stehen weiterhin neben Normierung und Standardisierung durch das Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren „Beokiz“. Die aus wissenschaftlicher Sicht unzureichenden aktuellen Ressourcen für Kitas werden nicht berücksichtigt.
  • Fachpraxisbeteiligung und Transparenz notwendig: Eine fundierte Einschätzung ist ohne den vollständigen Entwurf nicht möglich. Es bleibt unklar, warum Fachöffentlichkeit nicht umfassend einbezogen wird – Partizipation, ein Kernprinzip pädagogischer Praxis, wird so unterlaufen.

Forderungen vom Bündnis #VielfaltVerankern:

  • Aufarbeitung: Im Nachgang muss eine Aufarbeitung bisher intransparenten und inkonsequenten Prozesses der Überarbeitung des BBP erfolgen. Ohne diesen Dialog bleibt das Programm realitätsfern und berücksichtigt die Herausforderungen und Lebensrealitäten der Kinder und Familien nicht.
  • Begleitmaterialien: Alle Begleitmaterialien müssen praxisnahe Hilfestellungen bieten, um Inklusion, Kinderrechte und Partizipation tatsächlich umzusetzen. Anders als beim vorherigen Entwurf muss die Überarbeitung transparent erfolgen und die Fachöffentlichkeit – Kitapraxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – von Anfang an einbeziehen.
  • Ressourcen: Vielfalt, Inklusion und pädagogische Qualität müssen mit ausreichenden Ressourcen für Kitas verankert werden.

„Das Berliner Bildungsprogramm prägt die Bildungsbiografien aller Kinder. Deshalb braucht es echte Beteiligung, fachliche Qualität und ausreichende Ressourcen für die Kitas“, betont das Bündnis. Eine zukunftsfähige, vielfältige und inklusive Ausgestaltung des Programms sei zugleich eine Investition in Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Informationen zum Bündnis:

#VielfaltVerankern ist ein zivilgesellschaftlicher Verbund von Fachkräften, Bildungs‑ und Praxisorganisationen, Wissenschaftler*innen, Gewerkschaften, Elternvertretungen und weiteren Initiativen. Weitere Informationen und die Petition:

www.vielfaltverankern.de

https://weact.campact.de/petitions/fur-ein-berliner-bildungsprogramm-das-vielfalt-verankert-nicht-verdrangt

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