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Mitbestimmung bei Amazon auf dem Vormarsch –Vierte erfolgreiche Betriebsratsgründung bei Amazon in 2½ Jahren in Berlin-Brandenburg

Am Mittwoch, den 08.10.2025, wählten über 300 wahlberechtigte Beschäftigte des Verteilzentrums in Hoppegarten ihren ersten Betriebsrat. Dabei gewann die ver.di-nahe Liste „Respect 4 all“ die deutliche Mehrheit der Stimmen.

Innerhalb von zweieinhalb Jahren wurden in vier der fünf großen Logistikstandorte Amazons in der Region erfolgreich Betriebsräte gegründet. In allen vier Gremien kämpfen mehrheitlich bei ver.di organisierte Betriebsräte für die Rechte ihrer Kolleginnen und Kollegen.

Betriebsratsarbeit und auch die Gründung von Betriebsräten stehen bei Amazon vor besonderen Herausforderungen. Der eng durchgetaktete Schichtbetrieb, Sprachbarrieren bei 80 bis 90 Prozent der Beschäftigten, die erst in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind, sowie das komplexe, hierarchisch durchorganisierte Firmengeflecht des amerikanischen Großkonzerns stellen die betriebliche Mitbestimmung vor große Herausforderungen.

Dennoch unterstützen wir als ver.di unsere engagierten Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Bestreben, sich für faire, transparente und gesunde Arbeitsbedingungen einzusetzen.

Bundesweit ist Amazon in den Sortier- und Verteilzentren keine mitbestimmungsfreie Zone mehr. In den letzten drei Jahren hat ver.di in ganz Deutschland an 11 von über 100 Standorten erfolgreich Betriebsratsgründungen begleitet.

Der US-Gigant hat auf dem deutschen Paketmarkt ein atemberaubendes Expansionstempo vorgelegt. 2015 wurden alle Amazon-Pakete noch über andere Unternehmen wie den Marktführer DHL, DPD, Hermes u. a. zugestellt. In nur zehn Jahren eröffnete Amazon deutschlandweit über 80 Verteilzentren, 10 Sortierzentren und 15 große Logistikzentren. Die Zahl der Beschäftigten wuchs im selben Zeitraum von 16.500 auf 40.000 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bundesweit. Schätzungsweise zwei bis drei Millionen Amazon-Pakete werden pro Tag in Deutschland zugestellt. ver.di geht von einem Marktanteil von 15 bis 25 Prozent des Sendungsvolumens aus.

„Die Betriebsrätebewegung in den Berliner Amazon-Verteilzentren ist ein Stück Demokratiegeschichte. Beschäftigte, oftmals ohne Wahlrecht zu den Parlamenten, wählen sich in den Betrieben ihre Vertretung. Als ver.di geben wir unser Bestes, damit die Mitbestimmung mit der Expansion des Unternehmens Schritt hält“, so der zuständige Gewerkschaftssekretär in Berlin-Brandenburg, Boris Bojilov.

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