1.12.2025: Solidaritätsaktion mit Streiks bei Zalando – Protest vor Outlet in Berlin / Betriebsratsgründung in Ludwigsfeld
Anlässlich von Black Friday und Cyber Monday macht ver.di bundesweit Druck. An den Zalando-Logistikzentren Mönchengladbach und Erfurt treten die Beschäftigten in den Streik.
Die Streiks werden bundesweit durch Aktionen vor den stationären Zalando Outlet Stores unterstützt. In Berlin findet die Aktion am Montag, den 01.12., um 14 Uhr vor dem Zalando Outlet in der Tauentzienstraße 18, 10789 Berlin, statt
Der hochprofitable Modekonzern verweigert weiterhin jegliche Tarifverhandlungen. Dieses Verhalten steht im scharfen Widerspruch zur Außendarstellung im Zalando-Ethikkodex.
„Ohne die Kolleg*innen, die Tag für Tag in den Logistikzentren schuften, wäre Zalando nichts. Es ist inakzeptabel, dass Zalando ihre Forderungen nach einem Tarifvertrag schlichtweg ignoriert“, sagt Jim Frindert, zuständiger Gewerkschaftssekretär für den Zalando-Logistikstandort im brandenburgischen Ludwigsfelde. „Diese Verweigerungshaltung erinnert eher an gewerkschaftsfeindliche Praktiken internationaler Konzerne. Umso verwerflicher ist es, dass ein deutsches Unternehmen wie Zalando so agiert.“
Beschäftigte kämpfen für Tarifvertrag – Zalando blockiert
In den Logistikzentren in Mönchengladbach und Erfurt fordern die Beschäftigten einen Anerkennungstarifvertrag auf Basis der jeweiligen regionalen Flächentarifverträge im Einzel- und Versandhandel. Doch Zalando lehnt weiterhin jede Form von sozialpartnerschaftlichem Dialog, geschweige denn Tarifverhandlungen, kategorisch ab.
Dies führt dazu, dass die Beschäftigten:
- länger arbeiten (40 statt 37,5 tarifliche Stunden),
- weniger verdienen (teils vier Euro unter Tarifniveau), sowie
- geringere Zuschläge und deutlich weniger Absicherung erhalten.
Zalando Logistik Ludwigsfelde: Beschäftigte initiieren Betriebsratsgründung
Parallel zu den Tarifkonflikten besteht ein strukturelles Problem: Zalando arbeitet mit einer hochgradig zersplitterten Unternehmensstruktur. Viele der rund 60 Gesellschaften haben bis heute keinen Betriebsrat. Ein wichtiger Schritt ist nun am Logistikstandort in Ludwigsfelde gelungen, dem zentralen Lieferanten der stationären Outlet Stores: Dort wurde mit Unterstützung von ver.di die Gründung eines Betriebsrats initiiert. Anfang Oktober wählten die Beschäftigten einen Wahlvorstand, der aktuell die Gründungswahl des Betriebsrates vorbereitet. Eine ver.di Mitgliederbefragung zeichnet ein höchstkritisches Bild der der dortigen Arbeitsrealität und unterstreicht die Notwendigkeit einer gewählten gesetzlichen Interessenvertretung.
„Die Beschäftigten sind bei Zalando mit regelmäßigen Umstrukturierungen konfrontiert. Dort wo Betriebsräte existieren können diese erreichen, dass die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt werden. Wo es keine Betriebsräte gibt, die die Beschäftigten den Entscheidungen des Managements weitgehend ausgeliefert.“, erklärt Jim Frindert.

