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Ausbildung und Hilfsgüter: Vier Jahre THW-Unterstützung für die Ukraine

#Bonn – Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 unterstützt das Technische Hilfswerk (THW) die ukrainische Bevölkerung in den Krisengebieten. Insgesamt wurden in den vergangenen vier Jahren 170 Millionen Euro für Hilfsgüter umgesetzt und an die Ukraine geliefert. Darunter waren zahlreiche Fahrzeuge und Baumaschinen, mit deren Hilfe zerstörte Infrastruktur instandgesetzt werden kann. Zudem schulte das THW ukrainische Einsatzkräfte, die kommunale Rettungsstationen besetzen sowie die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicherstellen. „Jeder Hilfsgütertransport und jede Weitergabe unserer Expertise tragen dazu bei, das Leid der ukrainischen Zivilbevölkerung zu mindern“, erklärte THW-Präsidentin Sabine Lackner. „Ich habe großen Respekt davor, wie unermüdlich unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte die Ukrainerinnen und Ukrainer unterstützen – und damit die Werte der liberalen Demokratie.“

Mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine begann für das THW der größte Logistikeinsatz seiner 75-jährigen Geschichte – und er dauert noch immer an. Immer wieder zielen die russischen Angriffe auf eine Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur ab. Insbesondere um deren Instandsetzung zu ermöglichen, hat das THW in enger Zusammenarbeit mit dem Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums bislang Hilfsgüter im Wert von über 170 Millionen Euro beschafft und größtenteils in die Ukraine transportiert. Der eigene Bestand an Ausstattung des THW ist durch diese Lieferungen nicht berührt; finanziert wurden die Hilfsgüter aus Sondermitteln und Mitteln des Auswärtigen Amts. Zu den hunderten gelieferten Fahrzeugen – darunter Spezial- und Feuerwehrfahrzeuge – sowie Baumaschinen zählten zuletzt beispielsweise drei Abrissbagger. Diese sollen in den stark zerstörten Städten nach gezielten Angriffen auf Wohngebiete Schäden beseitigen. Darüber hinaus lieferte das THW Walzenzüge, mit deren Hilfe der ukrainische Grenzschutz „State Border Guard Service of Ukraine“ (SGBSU) Straßen instand setzen und Grenzanlagen befestigen kann. 

Angesichts der massiv zerstörten Infrastruktur benötigt die ukrainische Bevölkerung derzeit aber insbesondere auch Wärme, Energie und sauberes Wasser. Deshalb hat das THW in den vergangenen Jahren sieben Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung und zahlreiche Stromerzeuger an die betroffenen Landesteile geliefert. Um seine Hilfeleistungen zu koordinieren und zielgerichtet entsprechend der ukrainischen Bedarfe unterstützen zu können, tauscht sich das THW eng mit seinen ukrainischen Partnern wie etwa dem ukrainischen Zivil- und Katastrophenschutz (DSNS), dem Grenzschutz, den staatlichen Wasserbehörden oder den Verwaltungen frontnaher Regionen aus. Finanziert wurden die in die Ukraine gelieferten Hilfsgüter aus Sondermitteln und Mitteln des Auswärtigen Amts. Sie sind nicht Teil der eigenen Einsatzausstattung des THW, sondern wurden gesondert für die Lieferungen beschafft.

Hilfe durch Ausbildung

Um die gelieferten Hilfsgüter effizient einsetzen zu können, ist in vielen Fällen entsprechend geschultes Personal notwendig. Im vergangenen Herbst hat das THW ukrainischen Einsatzkräften daher Kenntnisse im Umgang mit grundlegender Ausstattung sowie im Betrieb von Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung vermittelt. Die im THW-Ausbildungszentrum in Hoya geschulten ukrainischen Einsatzkräfte besetzen kommunale Rettungsstationen in frontnahen Gebieten, die unter anderem für den lokalen Brandschutz sowie für erste medizinische und technische Hilfe verantwortlich sind. „Wir befähigen die ukrainischen Einsatzkräfte nicht nur zur Nutzung, sondern auch zur Wartung, Pflege und Reparatur der Ausstattung. So stärken wir nachhaltig den ukrainischen Zivil- und Katastrophenschutz auf lokaler Ebene“, erklärte THW-Präsidentin Lackner. Nach abgeschlossenem Training stattet das THW die Rettungsstationen mit standardisiertem Gerät aus, finanziert durch das Auswärtige Amt. Der Ausbau dieser Rettungsstationen ist ein Gemeinschaftsprojekt des THW und des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Bereits in der Vergangenheit unterstützte das THW ukrainische Delegationen durch derartige Weitergabe von Wissen: So schulten THW-Kräfte 2024 ukrainische Einsatzkräfte im Umgang mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen und die THW-Jugend e. V. unterstützte die ukrainische Partnerorganisation „Schule der Sicherheit“ mit Hilfsgütern, womit sie die fachtechnische Ausbildung für mehr Resilienz in der ukrainischen Zivilbevölkerung förderte.

Die Unterstützung der Ukraine ist auch für Deutschland wichtig

Ganz unmittelbar profitiert das THW vom regelmäßigen Austausch mit seinen ukrainischen Partnern, die ihre Erfahrungen aus der Lage an der Front teilen und schildern, wie sich die Einsatztaktik des ukrainischen Zivil- und Katastrophenschutzes dementsprechend ändert. Derartige Einblicke sind für das THW als operative Zivilschutzorganisation des Bundes wichtig, um die deutsche Zivilschutztüchtigkeit zu optimieren.

 

Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit rund 88.000 Freiwilligen bildet die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinen Fachleuten, seiner Technik und seinen Erfahrungen ist das THW im Auftrag der Bundesregierung weltweit gefragt, wenn Notlagen dies erfordern. Neben bilateralen Hilfen gehören dazu auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von VN-Organisationen. Mehr Informationen zum Engagement des THW im In- und Ausland finden Sie hier: www.thw.de.

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